Traditionelle Heilkräuter
Heilpflanzen in Kastilien
In der Gegend in der Huerta Luis San José Spargel anbaut wimmelt es von Heilkräutern.

In der Provinz Valladolid, in der Gegend wo Luis Sanjosé seinen Spargel anbaut, hat die
Flurbereinigung das Überleben hunderter Arten von wilden Kräutern und Sträuchern nicht verhindern können. An Weg- und Feldrändern, an Bachufern und in kleinen Wäldern wachsen viele Pflanzen, die früher auf Grund ihrer phytotherapeutischen Verwendung ein hohes Ansehen genossen.

Zum Beispiel ist es nicht schwer, das Wermutkraut, Artemisia absinthium, zu finden, das in der Antike der Göttin Artemis geweiht war. Man verwendet es nicht nur zur Herstellung von Absinth. Seit Jahrtausenden wird dieses Kraut wegen seiner medizinischen Eigenschaften hoch geschätzt, und zwar fördert es den Appetit und die Verdauung und hat eine kräftigende Wirkung. Außerdem wird es wegen seiner antiparasitären Eigenschaften in der Landwirtschaft gegen den Wurmbefall des Viehs eingesetzt.

Die Rote Zaunrübe, Bryonia dioica, ist ein Kürbisgewächs, dessen junge Keime essbar sind, sich dann aber bald zu giftigen Pflanzen entwickeln. Traditionell wurde in Kastilien die Wurzel gebraucht, um den Gallenfluss anzuregen und als harntreibendes Mittel, wobei aber die Gefahr einer Überdosierung bestand. Es war auch üblich, die Wurzel auszuhöhlen und mit Honig oder Zucker zu füllen, aus dem man danach einen Hustensaft zubereitete.

Die Gemüse-Gänsedistel, Sonchus oleraceus, ist ein Vorfahre der Salatpflanzen, also essbar, wie auch ihr Name andeutet. Im Frühling ergeben die jungen Triebe, mit etwas Salz und Öl angemacht, einen köstlichen Salat. Die Blätter der älteren Pflanzen können gekocht werden. In der griechischen Volksmedizin wurde der Saft gegen Skorpionbisse verwendet.

Auch die jungen Blätter des Aufrechten Glaskrauts, Parietaria officinalis, kann man, ganz fein geschnitten und mit anderen Pflanzen gemischt, als Salat verzehren. Die Pflanze wächst oft in Mauerspalten (woher ihr lateinischer Nahme herrührt: paries = Wand), und hat auch eine diuretische Wirkung.

Die Blätter und Blüten der Kleinblütigen Königskerze, Verbascum thapsus, werden als Heilmittel bei Husten oder Erkältung angeraten. Der Tee soll sogar gegen Asthma hilfreich sein. In Kastilien wurde er verwendet, um die Stimme der Nonnen, die zur Frühmette sangen, heller und klarer zu machen.

Auch der Eingriffelige Weißdorn, Crataegus Monogyna, kommt in der Region häufig vor. Die
getrockneten Blüten, Blätter und Früchte haben vielfältige Anwendungen, unter denen wahrscheinlich die gegen Herz- und Kreislaufstörungen am bekanntesten sind. Als Herztonikum hat man traditionell einen Tee zubereitet, für den man in einem Liter Wasser 50 bis 60 g Blütenknospen kochte, die noch geschlossen und im Schatten getrocknet waren.

Überall bekannt ist auch die Schafgarbe, deren lateinischer Name, Aquillea Millefolium, auf Achilles zurückgeht, der die Pflanze zur Wundheilung verwendet haben soll. Die in ihr vorhandenen Wirkstoffe, sind blutungshemmend und lindern Schmerzen während der Menstruation und bei Magenkrämpfen.

Äußerlich angewendet wirkt die Schafgarbe gegen Krampfadern und Hämorrhoiden und sorgt für ein schnelles Heilen der Wunden. Einen Tee zum Trinken kann man daraus zubereiten, indem man die trockenen Blüten mit kochendem Wasser überbrüht und dann 15 Minuten ziehen lässt. Um damit zum Beispiel Wunden zu waschen, sollte man sie dagegen mindestens 15 Minuten lang kochen lassen.

Und schließlich ist noch der Schwarze Holunder, Sambucus Nigra, zu erwähnen, der ebenfalls weit verbreitet ist. Die Blüten des auch als Feenbaum bezeichneten Strauchs, der für die Kelten heilig war, wirken diuretisch und die Blätter haben eine reinigende Wirkung auf mehrere Organe. Äpfel halten sich länger, wenn man sie auf Holunderblüten legt, die ihnen außerdem einen Duft verleihen, der an Ananas erinnert.. Mit der Rinde und den Blütenständen können Tees gekocht werden, die zur Behandlung von Erkältungen und Grippe dienen und entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend wirken können.
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